Fazit der Müll-Challenge: 80/20 ist die goldene Mitte

Puh, geschafft, meine erste Challenge ist vorbei. Leider konnte ich mich ihr in der zweiten Monatshälfte an dieser Stelle kaum widmen, da ich durch Studium und Arbeit sehr beschäftigt war. Und die Wiesn (Oktoberfest) gerade… Deshalb fehlt auch Teil 3 der „100 Schritte in ein plastikfreies Leben„, aber vielleicht hole ich dies bei Zeiten nach.

Auch wenn ich hier kaum zum Schreiben gekommen bin, habe ich mein Konsumverhalten beibehalten und bin stolz auf mein Ergebnis: mein Müllaufkommen belief sich diesen Monat unter 10 l Müll (+ ein paar Glasflaschen, viel Alt-Papier und noch mehr Bioabfall). Auch unterwegs anfallenden Abfall habe ich möglichst mit nach Hause genommen, solange ich es unauffällig vor den Augen meiner Mitmenschen machen konnte.

Diese zehn Liter Müll bestehen aus etwa der Hälfte Plastik und haben ein Gesamtgewicht von 714 g, davon

  • 240 g Restmüll
  • 355 g Kunststoffe (PE, PET, PVC) + 75 g Tetrapak + 4 g Styropor
  • 40 g Metall
  • mehrere Glasflaschen für Speiseöl und Getränke

Hier das Ganze in einer Bildergalerie:

Warum doch noch so viel angefallen ist:

  • Ursache 1: Was da ist, ist da. Das betrifft zum einen Dinge, die ich vor der Challenge eingekauft habe (Butter, Quark, Zahnpasta, Mundwasser zum anderen aber auch Geschenke von Freunden. Einige wissen, dass ich möglichst auf Müll verzichten möchte, aber nicht alle. Auch möchte ich meine Gäste mit dem bewirten, was sie möchten. Daher wanderten Zitronen und Mozzarella in den Einkaufskorb aus dem Supermarkt.
  • Ursache 2: Plastiktüten – eine Krux! Manchmal muss ich spontan Besorgungen machen und brauche eine Tasche, die ich nicht in meiner kleinen Handtasche dabei habe. So war dann eine Plastiktasche vom Buchladen nötig – für den Geschenktransport im plötzlich einsetzenden Regen. Die vom Bäcker ist absolut unnötig und kam völlig unerwartet – wer packt denn auch Semmeln in Plastiktüten ein??? Die anderen beiden Plastiktüten waren für größere spontane Einkäufe.
  • Ursache 3: Prinzipien. Man sieht auf einem Bild beispielsweise eine Plastikverpackung eines GEPA-Kaffees. Schokolade und Kaffee kaufe ich am liebsten Fairtrade, da ist die Verpackung zweitrangig.
  • Ursache 4: Neuanschaffungen, wie bspw. Laufhandschuhe oder ein Fensterrollo, sind leider meist verpackt.
  • Ursache 5: Doofe Regeln. Die Tetrapaks waren auf einem Festival die einzigen erlaubten Getränkebehälter…
  • Ursache 6: Kosmetik: auf minimalistische dekorative Kosmetik möchte ich nicht verzichten und verpackungsfreie Alternativen zu Mascara, Puder, Rouge und Lippenstift ist mir noch nicht über den Weg gelaufen. Ich bin sehr stolz auf meine neuen Ersatzprodukte zur pflegenden Kosmetik (Apfelessig, Seife, Rosenöl, Kräutertee, Sole-Zahnpasta …) und hoffe überhaupt im Bereich Kosmetik noch ein paar Fortschritte machen zu können. Tipps sind immer gern willkommen!
  • Ursache 7: Wenn man es nicht erwartet… hier gehört auch die Plastiktüte der Bäckerei Wimmer dazu. Aber auch im Café kann einem mitunter mal ein Strohhalm oder ein Zahnstocher im Cocktail drinstecken. Oder das Essen im Imbiss wird in Alufolie eingepackt ehe man HALT sagen kann. Ups… Auch kommt hin und wieder unerwartet und unerträglich Heißhunger auf Süßes. Deshalb habe ich ein paarmal in zweifacher Hinsicht gesündigt.

Ich denke, wenn man sich ein kleines bisschen mehr Mühe gibt (+20 %), kann man eine enorme Menge an Müll einsparen (-80%). Um all die anderen Kleinigkeiten einzusparen (-20 %), die in der aktuellen Situation oder prinzipiell nicht vermeidbar sind, würde es zu bedeutend mehr Aufwand (+80 %) führen. Die bekannte 80/20-Regel schlägt also wieder zu.

Beispielsweise bestelle ich mir keine „Alternativen“ online, da ich die durch den Transport verursachten Emissionen nicht für Verbrauchsgüter in Kauf nehmen möchte. Auch möchte ich für meine Besorgungen nicht regelmäßig in 10 Geschäfte rennen oder mein letztes Geld ausgeben müssen.

Auf der anderen Seite hilft es, „schlechte Angewohnheiten“ mit Hilfe dieser selbstauferlegten Regel zu drosseln: weniger Kaffee, weniger Milchprodukte, weniger Süßes, mehr Tee, mehr Gemüse und Obst, mehr gesunde Lebensmittel. Und vor allem: hätte ich diese Challenge diesen Monat nicht begonnen, hätte ich wohl nie einen Weg gefunden, meine Akne endlich enorm einzudämmen…

Mein Idealbild entspricht trotzdem und gerade deshalb dem vom Zero Waste Home (engl. Blog). Auch denke ich, dass das verpackungsfreie Einkaufen immer mehr und mehr in der Mitte der Gesellschaft ankommt, was man ja auch an entsprechenden Supermärkten in Kiel, Bonn und Berlin schon absehen kann. Könnte also sein, dass ich einfach nur in einem kleinen Strom mitschwimme…

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2 Gedanken zu “Fazit der Müll-Challenge: 80/20 ist die goldene Mitte

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