Unverpackt einkaufen in Rom

Rom ist in vielerlei Hinsicht eine Stadt der Gegensätze – auch beim Thema Verpackungsmüll

Beispielsweise ist der Konsum von Wasser aus der Plastikflasche unglaublich hoch, ein normaler Supermarkteinkauf endet immer in einer Plastikschlacht. Müll wird auch nicht immer über den Abfalleimer entsorgt, sondern landet auch mal dort, wo er eigentlich nicht hin soll: auf der Straße. Trägt man die Verpackung seines Schokoriegels mit sich herum, bis man auf einen Mülleimer trifft, wird man auch mal von Freunden gefragt, was man eigentlich damit vorhabe.

Auf der anderen Seite gehört der Einkauf auf dem Wochenmarkt vielmehr zur Normalität als in Deutschland. Obst und Gemüse wird gerne in Papiertüten verpackt und Plastiktüten an der Supermarktkasse aus nicht-biologisch abbaubaren Material sind seit 2011 verboten. Und dann gibt es da noch eine erfreuliche Bewegung…

Gastgeschenk der besonderen Art

In den letzten Monaten hatte ich viele Freunde zu Besuch in München. Den Besuchen war eines gemeinsam: die Versorgung von Leibspeisen aus Frankreich, Italien und Österreich. Das Gastgeschenk einer Freundin haute mich aber total von den Socken: ein ganzer Karton voll Lebensmittel, die in einem verpackungsfreien Laden in Rom einkauft wurden: Risotto aller Art, Orecchiette, Zuppa della Valtellina, Trockenfrüchte, Schoko-Kaffeebohnen und vegane Fruchtgummis – zuckersüß nachhaltig verpackt in Altgläsern mit selbstgebastelten Etiketten! Ich hatte dieser Freundin vom verpackungsfreien Einkaufen davor nie erzählt. ❤

Negozio Leggero

Spesa alla spina in Rom

Auf Italienisch nennt sich diese Art einzukaufen „spesa alla spina“ (Einkauf vom Fass) und ist in der ewigen Stadt gleich mit mehreren Läden vertreten:

  • Negozio Leggero („Leichtes Geschäft“), via Chiabrera, 80 (Ostiense), Öffnungszeiten: Mo 16:00-20:00, Di-Sa 9:30-14:00 & 16:00-20:00
  • Quanto basta („Nach Bedarf“), Via Luchino Dal Verme, 10 (Pigneto), Öffnungszeiten: Mo-So 9:30-21:00

Laut Internetauskunft kann man in diesen Läden fast alles kaufen, was man so in Küche und Haushalt braucht:

Kaffee, Tee, Wein, Bier, Säfte, Nudeln, Reis, Müsli und Cornflakes, Mehl (auch Kamut, Buchweizen, etc.), Rohmilch, Hülsenfrüchte, Passierte Tomaten, Superfoods, Backzutaten, Öle, Dressings, Aufstriche, Sirupe, Salz, Gewürze, Eier, Trockenfrüchte, Nüsse, Snacks, Bonbons, Kekse, Wasch- und Reinigungsmittel, (Flüssig-)Seifen, Naturkosmetik, Hygieneartikel (z.B. Stoffwindeln), Küchenzubehör, Katzenstreu…

Ok, ich höre hier auf. Aber das Angebot scheint überwältigend und absolut ausreichend für das alltägliche Leben zu sein. Beide Unternehmen bieten auch noch Veranstaltungen und Infomaterial zu Nachhaltigkeitsthemen an. Meine Freundin hat mir die Sachen übrigens aus dem Negozio Leggero, einem Franchising-Laden, mitgebracht. Einen Blick, wie es dort aussieht, kann man in diesem Video werfen:

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